Guten Abend Österreich. Top oder Flop?

Heute startete auf Puls4 eine neue Sendung, dessen Grundkonzept vielen ORF Sehern bereits bekannt sein dürfte, Guten Abend Österreich. Puls 4 möchte mit seiner neuen Vorabendsendung die Themen Nachrichten, Society, Lifestyle, Service, Sport und Wetter in kompakte 60 Minuten packen und so die Österreicher nach einen harten Tag wieder zu Hause vor dem Fernseher begrüßen. Doch ist dies Puls 4 gelungen?

Das Studio

Hier hat uns Puls 4 nicht zu viel versprochen. Es wirkt wohlig und geräumig. Jedoch wurde dieses weitläufige Studio in der ersten Sendung nicht wirklich ausgeschöpft.

Störend wirkten die vielen Fernseher, die man so ziemlich auf jeden noch freien Platz im Studio platzierte. Ein wenig Identitätssuchend wirkten auch die aufgestellten Puls 4 Logowürfel.

Das Guten Abend Österreich; StudioQuelle: puls4.com
Das Guten Abend Österreich Studio; Quelle: puls4.com

Die Moderatoren

Die Sendung wird von einem Trio moderiert. Thomas Mohr, Corinna Milborn und Norbert Oberhauser.

Das Moderatoren Trio; Quelle: puls4.com
Das Moderatoren Trio; Quelle: puls4.com

Thomas Mohr ist den meisten Zusehern durch die AustriaNews bekannt. Er ist schon ein „alter Hase“ im Newssektor und führte dadurch gekonnt durch die Sendung, verfehlte aber teilweise die richtige Kamera. Jedoch wirkte es ein wenig ungewohnt Thomas ohne Krawatte zu sehen aber es passte zum Sendungskonzept. Thomas ist und bleibt der Meister der Mimik und im Gegensatz zu seinen AustriaNews Moderationen, waren auch seine Hände ruhig und gelassen. Thomas ist bei „Guten Abend Österreich“ genau richtig und kann hier sein ganzes Potenzial präsentieren.

Norbert Oberhauser kennt man von „Wiff“ und „Café Puls“. Norbert ist zwar auch seit 2004 (wie Thomas) bei Puls 4 und hat nichts an seinen jugendlichen Charme verloren, welchen er auch sehr gut in die Sendung einbringt, obwohl er gerne ein wenig zu viel betont.

Corinna Milborn ist der Neuling bei Puls 4 (seit 2012) und ist den Meisten von „Pro und Contra – der AustriaNews Talk“ bekannt. In „Pro und Contra“ konnte sie immer überzeugen, jedoch bei „Guten Abend Österreich“ konnte sie in der ersten Sendung nicht überzeugen. Sie fiel den ersten Studiogast (Hr. Spindelegger) immer wieder ins Wort, was bei „Pro und Contra“ zwar passt und teilweise auch nötig ist, aber hier doch eher fehl am Platz wirkt. Das sie sich ab und zu versprach, liegt wohl eher daran, das sie ein wenig zu schnell gesprochen hat (hier sollte sie bei Thomas Unterricht nehmen). Auch fehlen ihr noch das Spiel mit der Mimik, oft wirkte es als wolle sie einfach nur das ganze schnell hinter sich bringen. Bei Corinna bleibt abzuwarten, wie sich ihr Moderationsstil in den folgenden Tagen und Wochen entwickelt.

Die Sendung

Puls 4 wollte mit „Guten Abend Österreich“ einen neuartigen Mix schaffen. Dies ging teilweise nach hinten los. Die schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Beiträgen war ein wenig verwirrend und verlief manchmal auch ohne erkennbaren Übergang. Negativ ist auch der Außeneinsatz von Magdalena Punz aufgefallen, die eine Patientin im Krankenhaus interviewte und dabei mehr als Distanziert wirkte und kein Einfühlungsvermögen zeigte. Das Interview des ersten Studiogastes wirkte wie „drei gegen einen“ was sowohl Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringt. Es zeigt was frisches, da dies ungewöhnlich für eine Österreichische Vorabendnachrichtensendung ist aber es wirkte auch leicht wie bei einem Polizeiverhör.

Ein weiterer Kritikpunkt (auch auf Twitter) war die Zeitungsvorschau. In einer Sendung in welcher man vernetzt wirken möchte (Twitter und Facebook Integration) werden Zeitungscover Vorschauen auf simplen Papptaferln präsentiert. Hier wäre eine modernere Lösung in einer vernetzten Sendung sehr wünschenswert (zum Beispiel in Form eines Splitscreens). Selbst der ORF verwendet ab und an iPads kombiniert mit einer Videowall.

 

Fazit

Ob „Guten Abend Österreich“ seine angepeilten Quoten erreichen wird, wird sich in den nächsten Monaten herausstellen, jedoch müsste dafür auch noch einiges geändert werden und auch eine eventuelle Umbesetzung in Betracht gezogen werden. Jedoch kann ein endgültiges Urteil ob Top oder Flop erst in einigen Wochen und nach Überarbeitung gefällt werden. Aber aktuell ist die Verteilung 70% Top und 30% Flop. „Guten Abend Österreich“ wird bei mir sicher nicht täglich über den Bildschirm flimmern, aber gelegentlich werde ich es mir doch genehmigen.

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szda

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